Nachrichten
16. Mai 2008: Neues Feuerwehrgerätehaus offiziell eingeweiht

Lange hatten die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Ichtershausen auf diesen Tag gewartet. Am 16. Mai war es endlich soweit, ihr neues Feuerwehrgerätehaus in der Molsdorfer Straße wurde offiziell eingeweiht. Nicht mit Pauken und Trompeten sondern mit Fanfaren und Trommeln, denn der Fanfarenzug spielte zunächst vor dann im Haus.

„Nun braucht der Hund noch eine neue Hütte“, hatte einst Landrat Lutz-Rainer Senglaub gescherzt, als er den Ichtershäusern vor einigen Jahren ihr neues Feuerwehrfahrzeug übergab. Das 1946 erbaute alte Gerätehaus war zwar nachdem zweiten Weltkrieg das modernste im damaligen Kreisgebiet, erwies sich für die neuen Tanklöschfahrzeuge aber als zu klein. Einparken ging nur noch mit eingeklapptem Spiegel, der Fahrer kam nur über die Beifahrertür herein und auch die sanitären Bedingungen ließen mittlerweile zu wünschen übrig.

Schließlich erwarb die Gemeinde die ehemalige Gemüsehalle in der Molsdorfer Straße. Nach rund zweijähriger Bauzeit konnten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr seit November 2007 ihr neues Domizil beziehen und einrichten. Eine Fahrzeughalle mit fünf Stellplätzen ist entstanden, eine Werkstatt, Umkleide- und Sanitärräume, ein Zimmer für die Jugendfeuerwehr und ein großer Raum für Schulungszwecke. Den will künftig nicht nur der Ilmkreis-Verband mit nutzen, sondern auch aus Neudietendorf gab es schon eine Anfrage.

Rund zwei Millionen Euro hat der Bau gekostet. 184 200 Euro kamen vom Land, 161 000 Euro vom Kreis. Den Rest stemmte die Gemeinde selbst. Feuerwehr, das sei schließlich eine Pflicht, betonte Bürgermeister Klaus von der Krone. Trotzdem ist dieses Engagement nicht allerorten üblich oder aus finanziellen Gründen möglich. Der Deutsche Feuerwehrverband dankte mit der Ehrennadel in Silber.

Auch zahlreiche Kameradinnen und Kameraden konnten sich über Auszeichnungen und Beförderungen freuen. Die höchste ging an Egbert Felkl, der wenige Tage später, am 23. Mai, seinen 75. Geburtstag feiern sollte. Sven Tittelbach-Helmrich, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, heftete ihm das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold ans Revers. Das ist die höchste Auszeichnung, die ein Feuerwehrmann in der Bundesrepublik erhalten kann. Während der mit der Ehrung Überraschte nur verwundert den Kopf schütteln konnte, zeigten die stehenden Ovationen seiner Kameraden, dass es genau den Richtigen traf. 18 Jahre lang hat Egbert Felkl als Wehrführer die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr von Ichtershausen ganz maßgeblich mitgeprägt. Zuvor war er schon jahrzehntelang in der Leitung tätig gewesen. Als er 1994 das Zepter an Manfred Sentker weiter gab, war aber mit dem Feuerwehrleben noch lange nicht Schluss. Als stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrvereins ist er seitdem genau engagiert bei der Sache. Ob bei einer Veranstaltung mit dem Nachwuchs oder bei den Altersveteranen, er ist immer mit dabei. Die Begeisterung für die Freiwillige Feuerwehr gab Egbert Felkl, der den Rang eines Hauptmann-Inspektors hat, dabei auch in der eigenen Familie weiter. Sohn Gerhard kümmert sich seit Jahren um die Jugendwehr. Aus der fanden mittlerweile auch schon zahlreiche Enkel den Weg in die Einsatzabteilung.

Als eine der sechs Schwerpunktwehren des Kreises  und mit Autobahn und ständig wachsendem Industriegebiet vor der Tür, sind die Ichtershäuser stark gefordert. Allein in diesem Jahr musste bis Mai schon zwölfmal ausgerückt werden. Die 26 aktiven Einsatzkräfte, die 15 Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung sowie die sieben Kinder und Jugendlichen der Ichtershäuser Feuerwehr können also ihre nun optimalen Bedingungen im neuen Gerätehaus gut gebrauchen. Mit vielen guten Wünschen und den Segen der beiden Pfarrer Michael Ehrlichmann und Michael Gabel feierten sie die Einweihung. An einem Tag der offenen Tür konnten am darauffolgenden Samstag dann alle Ichtershäuser einen Blick ins neue Haus werfen.

Nun wartet von den vier Ortseilen nur noch Eischleben auf ein neues Gerätehaus. Das soll im kommenden Jahr gebaut werden. 2010 wird dann das Gebäude für die Kameraden in Rehestädt erweitert.